Zeitübertragungen

 

Angela Weixler

Malerin 

 

Geboren auf Long Island, New York. Umsiedelung Süddeutschland, Allgäuer Alpen. Die Ozeanüberquerung im August mit neun Überseekoffern in neun Tagen ziehen mich als Kind von atlantischen Gezeiten in vertikale Gebirgszüge. Zeit und Raum empfinde ich von nun an fliessend-flüssig. Diese frühen konträren Einflüsse spiegeln sich später in einer autobiografischen Malerei wider.

 

Koproduktion / 1985 durchlaufe ich ein Volontariat beim Fernsehen, Schwerpunkt Regieassistenz. Wir arbeiten mit Schnitt und Überblendung parallel laufender Zeitebenen, wie in einem Traum. Sequenzen werden nicht linear, sondern versetzt-fragmentarisch aus dem Wechselspiel vieler Gewerke produziert. Erst in der visuellen Verknüpfung entsteht die Erzählung.

 

1988 übertrage ich die filmischen Montagen in meine Malerei. Biographische Zeitzustände übertrage ich gestisch in Farbe und Material in fortlaufenden Überblendungen / Schichtungen von Einzelmomenten zu offenen Bildräumen. Autofiktive Werkgruppen und Einzelarbeiten entwickeln sich nebeneinander und gleichzeitig zwischen allen inneren und äußeren Bewegungen, Einflüssen. 

 

Die Prozesse starten instinktiv und landen nach intensiven Betrachtungsphasen auf detaillierten Bild-Traum-Ausschnitten. Die Arbeiten bauen sich zwischen Nähe und Distanz auf und finden nur langsam ihre eigene Präsenz und Sprache. Es entstehen Archivkörper als Zeitspeicher bekannter wie unbekannter Herkunft. Manche Arbeiten tragen Bedeutungen in sich, die erst nach Jahren auftauchen und Erkenntnisse nach sich ziehen. 

 

Koproduktion / seit 2014 verlege ich temporär meine Studiopraxis an andere Orte und Räume. Dort initiiere ich als Co-Malerin kollektive Dialoge in Farbe. Der interaktive künstlerische Prozess setzt Spuren, die ich später im Atelier zu einer eigenständigen monochromen Bildform weiterentwickle.